Meister hat knapp die Nase vorn

KREISLIGA WEST: Im Derby zwischen dem TV Rottweil und TV Beffendorf kam es zum erwarteten Sieg des Meisters aus der Vorsaison. Doch der Verlauf an den sechs Geräten zeigte, die Riege aus Beffendorf ist nicht mehr so weit weg.

So sahen die Zuschauer in der ABG-Halle einen durchweg spannenden Wettkampf. Teilweise entschieden in den Einzelduellen nur Nuancen, welches Team den Gerätesieg mitnimmt. Kraftelemente wie am Pauschenpferd, Ringen oder erst recht am Barren, da macht es keinen Unterschied, ob Bundesliga oder Kreisliga – die Kunstturner haben hier enormes zu leisten, stellt vor allem junge Athleten vor Herausforderungen.

Zusätzliche Spannung bestand auch darin, weil dem TV Beffendorf zum Auftakt ein Überraschungssieg gegen den TV Spaichingen gelang, während das Derby für den TV Rottweil der erste Wettkampf war. Somit war für Franz Aichelmann, Trainer der TVR-Riege, auch die Erkenntnis wichtig: „Jetzt wissen wir, wo wir stehen, wo wir noch dran arbeiten und nachbessern müssen.“ Bereits zur Pause, bei einer 6:0-Geräteführung war Aichelmann nicht unzufrieden. „Für Kreisliga ist das ein gutes Niveau, was die Turner beider Mannschaften zeigen“, fügte er an.

Am Boden (47,10:44.70), Pauschenpferd (38,50:35,80) und an den Ringen (44,50:41,70) erarbeitete sich der TV Rottweil den entscheidenden Vorsprung. Gerade an diesen drei Geräten zeigte sich der Vorteil der TVR-Riege, die innerhalb des Teams konstanter ihre Übungen absolvierte, während beim TV Beffendorf in seinem verjüngten Kader noch größere Schwankungen zu erkennen waren.

Dies änderte sich am Sprung (41,50:41,70), wo beide Mannschaften ebenbürtig durchturnten und der TV Beffendorf mit einem Wimpernschlag von 0,2 Punkten Vorsprung sich seine erste Gerätewertung holte. Ebenso eng ging es am Barren zu – diesmal wieder knapp, mit 44,40:44,20 für den TV Rottweil. Somit gingen die Gastgeber mit einem satten Vorsprung von 7,9 Punkten zum Abschluss ans Reck. Und doch geriet der sicher erwartete Sieg etwas ins Wanken, da mit Joachim Sailer ausgerechnet ein Routinier der TVR-Riege patzte, damit der Gerätesieg am Reck mit 40,50:36:40 klar an den TV Beffendorf ging. In der Endabrechnung hatte aber der TV Rottweil mit 252,40:248,60 die Nase vorn. „Noch“, wie Simon Haug, Turner und Mannschaftsführer der Gäste meinte. „Wir holen auf, inzwischen spürt Rottweil unseren Atem im Nacken“, konnte Haug trotz der Niederlage positive Eindrücke mitnehmen, aufgrund der Entwicklung in der Riege des TV Beffendorf.

Von Jürgen Schleeh, Schwarzwälder Bote 25.02.2019

Bettina